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Sachkundenachweis für Hundehalter

Für Hunde, die aufgrund ihrer Rasse den Kampfhunden zugeordnet werden, brauchen ihre Halter einen Sachkundenachweis. Dieser ist die Voraussetzung für die Haltung eines Hundes, der zu den Kampfhunden zählt. Auch Betreiber von Hundetagesstätten müssen den Sachkundenachweis vorweisen, wenn sie eine Huta betreiben wollen. Der Sachkundenachweis ist für Hundehalter Pflicht, deren Hunde zu den großen Rassen gehören und ein Gewicht von mehr als 20 Kilogramm erreichen. Der Sachkundenachweis ist der Nachweis, dass der Hundehalter oder der Betreiber einer Hundetagesstätte über grundlegende Kenntnisse verfügt, die für die Haltung der Tiere maßgeblich sind. Bei diesem Nachweis handelt es sich um einen Nachweis der theoretischen; nicht der der praktischen Kenntnisse.

Sachkundenachweis gemäß dem Hundegesetz

Für Hundehalter gibt es in Deutschland für unterschiedliche Zwecke individuelle Sachkundenachweise. Sachkundenachweise, die vom Gesetz gefordert werden, orientieren sich an die dafür maßgebliche Regelungen im Hundegesetz. Dieses Gesetz unterscheidet sich in den einzelnen Bundesländern teilweise grundlegend. Auch Kommunen können gesonderte Regelungen für das Halten und Führen von Hunden erlassen.

Hundeverordnung

Die Hundeverordnung oder das Hundegesetz beinhaltet Richtlinien, welche die Haltung von Haushunden regeln. Diese beziehen sich meist auf die sogenannten Listenhunde, die der Leinen- und Maulkorbpflicht unterliegen. Zu den Listenhunden gehören alle Rassen, die zu den Kampfhunden zählen.
In Nordrhein-Westfalen müssen Hundehalter seit dem 1. Juli 2013 ihre Sachkunde nachweisen. Hundehalter, die zum ersten Mal einen Hund vor Juli 2011 anschafften, müssen einen Sachkundenachweis erbringen, der sich auf die theoretische und praktische Prüfung bezieht.

Wo und wie erhält man den Sachkundenachweis?

Hundehalter können den Sachkundenachweis mit einem Test beim zuständigen Tierarzt absolvieren. Der Test beinhaltet Fragen zur artgerechten Haltung des Hundes, dessen Erziehung und Ernährung. Die Kosten für den Test und den Sachkundenachweis gehen zu Lasten des Halters. Eine einheitliche Kostentabelle gibt es nicht; die Höhe der Kosten unterscheiden bei den einzelnen Tierärzten, den Landkreisen, den Kommunen und den Bundesländern. Des weiteren erhält der Hund einen Chip mit den Daten von Hund und Halter. Handelt es sich bei dem Hund um eine gefährliche Hunderasse, muss der Hund einen Wesenstest absolvieren.

Hundehalterhaftpflichtversicherung

Viele Versicherungen fordern vom Hundehalter bei Abschluss einer Hundehaftpflichtversicherung die Vorlage des Sachkundennachweises. Vorbestrafte Personen dürfen keinen sogenannten Listenhund halten und es ist ihnen nicht gestattet, den Sachkundennachweis zu absolvieren. In vielen Regionen Deutschlands besteht der Sachkundennachweis aus Theorie und Praxis. Die Theorie hat der Hundehalter beim Tierarzt bestanden. Die Praxis schließt ebenfalls mit einer Prüfung ab. Am Tag der Prüfung hat der Hundehalter seinen Lichtbildausweis auf Verlangen vorzuzeigen. Das gilt auch für die Meldebestätigung von der für ihn zuständigen Behörde.
Die Bundestierärztekammer schuf bundeseinheitliche Standards
Die Bundestierärztekammer setzte einen Arbeitskreis für die Sachkunde bei Hundehaltung ein, der mit verschiedenen anderen Organisationen wie Tierschutz, Hundewesen und Tierärzten für die Sachkundeprüfung einen Standard erarbeitete. Aktuell besteht die Sachkundeprüfung aus drei Stufen, die für Hundehalter, Hundetrainer und Gewerbetreibende wie Hundetagesstätten den Sachkundenachweis ermöglicht. Diese Personengruppen brauchen den Sachkundenachweis gemäß § 11 TierSchG.
Die theoretische Prüfung für Hundehalter kann jeder Tierarzt, der sich registrieren ließ, abnehmen. Da Berufstätige oft Terminprobleme haben, steht die Theorieprüfung auch online zur Verfügung. Sie umfasst 30 Fragen (Multiple-Choice) aus sieben verschiedenen Themenbereichen. Der Prüfling muss in jedem Bereich mindestens 50 Prozent erreichen; im Gesamtergebnis müssen 75 Prozent erreicht werden. Dann hat der Hundehalter die theoretische Prüfung bestanden.
Hundeführerschein
Daneben gibt es Sachkundenachweise, die lediglich innerhalb von Organisationen wie Hundesportvereinen Geltung haben. Diese Nachweise können auch als Alternative zum gesetzlich vorgeschriebenen Sachkundenachweis dienen, sofern der Sachkundenachweis dies aus behördlicher Sicht zulässt. Beispielsweise ist der Hundeführerschein vom VDH ein Nachweis, der mit dem Sachkundenachweis vergleichbar ist. Der Fragenkatalog umfasst 170 Fragen; dem Halter werden allerdings nur 40 Fragen vorgelegt.
Andere Organisationen vergeben ebenfalls Hundeführerscheine. Die Prüfung für den Hundeführerschein ist bei diesen Organisationen teilweise umfangreicher und schwieriger als der Sachkundenachweis. Aus den Fragebögen der verschiedenen Organisationen für den Hundeführerschein hat die GTVT – Gesellschaft für Tier-Verhaltenstherapie – einen Fragenkatalog für die Sachkundeprüfung zusammengestellt. Zu diesen Fragen kommen weitere aus den verschiedenen Bundesländern hinzu. Damit hat dieser Fragenkatalog einen Umfang von 186 Fragen. Der Prüfling muss 74 Prozent der Fragen richtig beantworten, um den Sachkundenachweis zu erhalten.
Ziel dieses umfangreichen Katalogs ist eine bundeseinheitliche Regelung der Vorgabe für den Sachkundenachweis durch die Innenministerien der Bundesländer. Derzeit regelt jedes Bundesland die Handhabung mit dem Sachkundenachweis und der Prüfung zu diesem Nachweis in eigener Regie.

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